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Oberinspektor Swoboda - Der verlorene Kopf
Grau und düster war dieser Montagmorgen im November. Schweren Schrittes ging Oberinspektor Swoboda den Weg, den er nun schon seit fast vierzig Jahren, jeden Tag ging. Die Landschaft hatte sich verändert, seit diesen ersten Tagen, als er seinen Dienst als junger Streifenpolizist im Kommissariat Döbling angetreten hatte. Immer mehr hatten Wohnblöcke, die grünen Wiesen zurückgedrängt und mit den Häusern war auch die Kriminalität in seinem Viertel gestiegen. Doch war das nicht überall so? Wien war eine große, lebende und pulsierende Stadt und wenn er sich die Berichte aus den anderen Bezirken durchlas, dann war er hier doch geradezu in einer Oase des Friedens gelandet.
Ein sarkastisches Lächeln verzog seine Lippen, während er an seinen bald bevorstehenden Ruhestand dachte. Vor einer Woche hatte man ihm mitgeteilt, dass man Personal einsparen müsse und damit die Voraussetzungen erfüllt seien, um ihm seinen „wohlverdienten“ Ruhestand zu genehmigen. Sein Vorgesetzter, Herr Amtsrat Tönissen hatte ihm dies wohlwollend mitgeteilt, wohl in der Annahme, dass ihm Swoboda voller Dankbarkeit um den Hals fallen würde, doch hatte er nur genickt und das Büro des Amtsrates, ohne ein Wort zu sagen wieder verlassen. Noch vier Wochen, dann würde es heißen Ade-Polizeiarbeit und Hallo-Pension.